Wasser & Abwasser: Gemeinde Großbettlingen

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Wasser & Abwasser

Wasser ist Leben

„Das Wasser ist ein freundliches Element für den, der damit bekannt ist und es zu beherrschen weiß.“ (Johann Wolfgang v. Goethe)

Über 71% der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Wasser ist mit rund 1 384 100 000 Kubikkilometern der häufigste Naturstoff der Erdoberfläche, wovon 97,5% als Salzwasser auf die Weltmeere entfallen. Weniger als 1% verbleiben für Bodenfeuchte, Grundwasser, Seen und Flüsse, Atmosphäre und Lebewesen! Ein Wassermolekül verbleibt nach seiner Verdunstung durchschnittlich etwa 3000 Jahre im Ozean bevor es wieder abregnet. Wasser verschwindet nicht, sondern ist seit Urzeiten in allen möglichen Kreisläufen unterwegs. Weltweit transportieren die Flüsse 39.000 Kubikkilometer Wasser pro Jahr, das sind umgerechnet 127 Milliarden Liter pro Tag.

Die Gruppe Wasser & Abwasser im Klimaforum möchte sich des Themas Wasser in unserer Gemeinde annehmen. Wasser brauchen wir zum Leben. Aber Wasser kommt nicht einfach aus dem Wasserhahn. Trinkwasser gehört in Deutschland wegen der aufwändigen und regelmäßigen Überwachung zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln. Sauberes Wasser ist unersetzbar und für alle Lebewesen unverzichtbar. Es gilt deshalb ein Bewusstsein für den natürlichen Kreislauf des Wassers, für Stoffkreisläufe, für die Notwendigkeit der Klimaneutralität aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche zu schaffen und durch konkretes Handeln vor Ort umzusetzen.

Hier möchten wir ansetzen und durch Vorträge das Bewusstsein schaffen und durch Initiativen vor Ort zum nachhaltigen Umgang mit Wasser beitragen. Dabei darf der Blick nicht auf das Trinkwasser verengt werden. Niederschlagswasser, Schmutzwasser, Klärwasser und Oberflächenwasser ganz allgemein müssen in die Betrachtung einbezogen werden. Niederschlagswasser darf nicht unsere Kläranlagen „überschwemmen“ und nicht die Dorfstraßen zu reißenden Bächen machen. Schmutzwasser musss künftig mengenmäßig begrenzt werden und bedarf einer gründlichen Reinigung. Klärwasser muss nach dem neuesten Stand der Technik gereinigt und von Schadstoffen befreit werden. Oberflächenwasser darf nicht wild in Stadt und Land umherfließen.

"Wasser ist keine übliche Handelsware, sondern ein ererbtes Gut, das geschützt, verteidigt und entsprechend behandelt werden muss..." (Auszug aus dem Vorwort zur Europäischen Wasserrahmenrichtlinie 2000/60/EG-WRRL).  Zum Schutz durch nachhaltigen Umgang, Verringerung der Schadstoffeinträge, Nutzung der wissenschaftlichen Erkenntnisse, sozialverträgliche Verteilung der Lasten und zu einem umfassenden Ressourcenschutz möchten wir durch unser Tun vor Ort und im Kleinen beitragen.  Wenn Sie Lust haben, sich uns anzuschließen – sei es dauernd oder mit einzelnen Aktionen - sind Sie herzlich eingeladen. Die Kontaktdaten finden Sie rechts oben.

"Mehr als eine Milliarde Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Denken Sie daran, wenn Sie Ihre Toilettenspülung betätigen?"  Wolfgang J. Reus (1959 - 2006), deutscher Journalist, Satiriker, Aphoristiker und Lyriker

Starkregenrisiskomanagement

Was geht das uns an?

Die Erfahrung der letzten Jahre lehrt, dass nicht nur Flüsse und Bäche über die Ufer treten können, sondern dass bei entsprechendem Starkregen sich auch innerorts auf Grund der Topographie und der Gebäudestellung regelrechte Sturzbäche bilden, die in den Straßen und über Grundstücke sich ergießen. Es liegt in der Verantwortung der Gemeinden, Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um gemeindeeigene Einrichtungen und die Infrastruktur zu schützen; in der Verantwortlichkeit der Gemeinden steht auch die Gefahrenabwehr und damit die Pflicht, Alarm- und Einsatzpläne zu entwickeln. Schließlich hat die Gemeinde eine Informationspflicht gegenüber der Bevölkerung und ansässigen Wirtschaft. Viel Last für die Kommunen, aber: Aus dem Wasserhaushaltsgesetz ergibt sich, dass auch eine Eigenverantwortlichkeit der Bürger besteht. Danach ist jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, verpflichtet, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren geeignete Vorsorge zu treffen.

Die Gemeinde Großbettlingen erteilte mit Blick auf die geschilderte Verantwortung bereits 2022 einen Auftrag an ein Gutachterbüro, ein Risikomanagement zu erstellen. Die Ergebnisse werden in der Gemeinderatssitzung am 17.02.2025 vorgestellt. Neben der Analyse der Überflutungsgefahren werden Handlungskonzepte für die Gemeinde vorgeschlagen. Die Ergebnisse werden aber auch zeigen, dass im Bereich privater Haushalte Risiken bestehen. Die Risiken nach Ort und Intensität wird Herr Heberle vom Ingenieurbüro IHB am 24.02.2025 in einer Infoveranstaltung für alle Bürger im Panoramasaal (19.00) aufzeigen und auch hier Maßnahmen zur Risikominimierung darstellen.

Wir rufen Sie auf, möglichst beide Veranstaltungen, zumindest aber die öffentliche Infoveranstaltung zu besuchen. Das Thema geht uns alle an und ist leider kein akademisches Glasperlenspiel. Aus einem vorläufigen Bericht vom Ingenieurbüro IHB stammen die nachfolgenden Karten, die aber schon die grundsätzlichen Gefährdungsbereiche in Großbettlingen erkennen lassen.

Besichtigung der Kläranlage Neckartenzlingen

Die Gruppe Wasser.Abwasser des Klimaforums Großbettlingen konnte am 07.05.2026 eine Besichtigung der Kläranlage in Neckartenzlingen organisieren. Insgesamt 23 Personen folgten der Einladung.

Frau Bürgermeisterin Braun nahm sich Zeit, die Gruppe persönlich zu begrüßen. In einem engagierten Kurzstatement erläuterte sie die vielfältigen Herausforderungen, denen sich ein Kläranlagenbetreiber stellen muss. Dabei ging sie sowohl auf die Bedeutung qualifizierten Personals für einen reibungslosen Betrieb als auch auf die finanziellen Anforderungen ein, die jährlich hohe Investitionen notwendig machen.

Frau Braun berichtete, dass Gemeindeverwaltung und Gemeinderat langfristige Finanzierungspläne erstellen, um – wie bereits in den vergangenen Jahren – auch künftig die notwendigen Ausbau-, Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sicherzustellen. Die jährlichen Investitionen bewegen sich dabei in einer Größenordnung von 300.000 € bis 500.000 €.

Vom Betriebspersonal wurde den Teilnehmern die Funktionsweise der dreistufigen Anlage erläutert. Dies erfolgte sowohl in der Schaltwarte als auch bei der Begehung der einzelnen Reinigungsstufen. Eine besondere Bedeutung kommt in Neckartenzlingen dem Faulbehälter zu. Dort werden die biologischen Schlämme aus dem Klärprozess in Biogas umgewandelt. Durch die energetische Nutzung dieses Gases können die Betriebskosten deutlich gesenkt werden. Rund 50 % des benötigten Stroms werden auf diese Weise ersetzt. Gleichzeitig wird verhindert, dass das entstehende Methangas ungenutzt in die Atmosphäre gelangt, wodurch ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen geleistet wird.

Geplant ist künftig die Einführung einer vierten Reinigungsstufe. Mithilfe von Aktivkohlefiltern sowie einer Ozonierung des Abwassers sollen problematische Inhaltsstoffe wie PFAS, Mikroplastikpartikel, pharmazeutische Rückstände sowie weitere biologisch schwer abbaubare Stoffe aus dem Wasser entfernt werden.

Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt von den zahlreichen technischen und organisatorischen Schritten, die notwendig sind, um aus verschmutztem Abwasser ein nahezu sauberes Endprodukt zu erzeugen. Viele Pumpen, Entwässerungsanlagen, Prozessüberwachungen sowie die notwendige Betreuung und Bereitschaft rund um die Uhr vermitteln das Bild einer hochkomplexen technischen Anlage.

Die Kläranlage in Neckartenzlingen kann sicherlich zu den leistungsfähigsten Anlagen ihrer Größenordnung in der näheren Umgebung gezählt werden. Zum Abschluss der Besichtigung standen insbesondere Fragen zu den Kosten im Mittelpunkt. Überraschend für viele Teilnehmer war, dass trotz des hohen technischen Standards und der kontinuierlichen Optimierungen die Abwassergebühren mit etwa 3,46 €/m³ vergleichsweise günstig ausfallen.

Diese kurze Zusammenfassung wird in einem zweiten Bericht in einer der nächsten Ausgaben des Gemeindeblatts noch um weitere technische Details ergänzt.

 

Wie kommt das Wasser in den Wasserhahn?

Diese Frage ist keineswegs trivial und einfach zu beantworten und wirft zahlreiche weitere Fragen nach unserem Umgang mit Wasser auf. Diese Fragen und viele nicht gestellte können Sie sich beantworten lassen bei einem

Besuch der Filderwasserversorgung 21. Mai 2026, 17:30 Uhr

Das Klimaforum Großbettlingen, Gruppe Wasser.Abwasser, lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein zu einer entspannten Wasserwerkstour ein. Wie kommt das gute Zeug eigentlich in den Hahn? Wir schauen uns gemeinsam an, woher unser Wasser stammt, wie unser Trinkwasser aufbereitet wird, was „Trinkwasseraufbereitung“ eigentlich bedeutet und warum das alles deutlich mehr Mühe macht, als man denkt. Das deutsche Wasser gehört zu den bestkontrollierten Lebensmitteln überhaupt. Kurz: Wir werfen einen Blick hinter die Kulissen dessen, was wir täglich selbstverständlich aus dem Hahn drehen. Und natürlich werden wir erfahren, welchen Gefährdungen unser täglich Wasser ausgesetzt ist.

Nehmt teil, bringt eure Neugier mit – und vielleicht die eine oder andere Frage, die ihr schon immer mal stellen wolltet. Wir freuen uns auf euch!

Interessenten können sich unter cs.mp(@)posteo.de bis zum 17. Mai 2026 anmelden. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Nach dem Anmeldeschluss werden wir die Anfahrt der Interessierten koordinieren, denn wir möchten Fahrgemeinschaften bilden.