Gemeinderat beriet interkommunale Zusammenarbeit
Zweiter Bauabschnitt mit betreuten Seniorenwohnungen kommt
Seit geraumer Zeit sind die Gemeinden Bempflingen, Grafenberg, Großbettlingen und Riederich unterwegs, das Thema interkommunale Zusammenarbeit zu intensivieren. Konkrete Ansatzpunkte werden im Bereich der kommunalen Bauhöfe gesehen. Klamme Kassen zwingen dazu, wirtschaftliche Überlegungen noch mehr als bisher in den Vordergrund zu stellen. Nach anfänglicher Skepsis erteilte der Gemeinderat nahezu einstimmig (eine Enthaltung) seine Zustimmung, ein entsprechendes Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag zu geben.
In der Diskussion wurde zunächst die Sorge geäußert, dass bei einer zentralen Einrichtung kurze Dienstwege und die Identifikation mit der Gemeinde verloren gehen. Ein gewisses Unbehagen wurde aus der Mitte des Gremiums geäußert, wiederum für ein Gutachten Geld auszugeben und dabei nicht zu wissen, ob dies zielführend sei. Auch werde die Umsetzung weiteren Beratungsbedarf und damit Kosten verursachen. Bürgermeister Martin Fritz hatte eingangs der Beratung ausgeführt, dass der Personaleinsatz von einer Zentrale gesteuert werden müsste, in den jeweiligen Gemeinden aber Kompetenzzentren eingerichtet werden sollten. Ziel sei es, Synergieeffekte zu erzielen und dadurch zu Einsparungen zu kommen. Dies sei insbesondere der Fall, wenn Investitionsmaßnahmen anstehen. Im Verlauf der weiteren Diskussion stellten einzelne Gemeinderate ihre Bedenken zurück und verwiesen auf die Chance, z. B. durch eine bessere Auslastung der technischen Geräte oder den gemeinsamen Streusalzeinkauf Einsparungen zu erzielen. Im Ergebnis könne anstelle eines zentralen Bauhofes auch eine verstärkte Kooperation zustande kommen, wobei alle beteiligten Gemeinden von den Stärken und Kompetenzen der jeweils anderen Bauhof-Teams profitieren können. Hierbei wurde die Notwendigkeit betont, die betroffenen Mitarbeiter in die Prozesse mit einzubinden.
Die Bürgermeister der vier beteiligten Gemeinden waren übereingekommen, den jeweiligen Gemeinderäten vorzuschlagen, den Auftrag für die Erstellung einer Lösungsstudie mit Wirtschaftlichkeitsberechnung an die Firma Realplan Unternehmensberatung (Essen) zu erteilen. Diese Firma hatte unter anderem die Gemeinden Dettenhausen und Waldenbuch im Landkreis Böblingen beraten, die zwischenzeitlich einen gemeinsamen Bauhof eingerichtet haben. Deren Angebot für die Erstellung des Gutachtens beläuft sich auf rund 21.000 €, wobei die Kosten anteilig von den beteiligten Gemeinden getragen werden sollen. Bürgermeister Martin Fritz wies darauf hin, dass die Gemeinderäte der anderen beteiligten Gemeinden dem Vorschlag ebenfalls noch zustimmen müssten. Mit 13 Ja-Stimmen und einer Enthaltung gab der Gemeinderat aus Sicht der Gemeinde Großbettlingen den Weg für eine entsprechende Auftragserteilung frei. Der Umfang der Untersuchung soll hierbei noch diskutiert werden. Dabei ist aus Sicht der Gemeinde Großbettlingen die Frage der Hausmeisterdienste mit einzubeziehen.
Wohnen für Senioren im Ortskern
Ein zentrales Anliegen im Zuge der Ortskernsanierung war die Schaffung von betreuten Seniorenwohnungen. Bereits vor zehn Jahren wurde zu diesem Zweck der Bebauungsplan „Oberer Ortskern“ aufgestellt. In einem ersten Bauabschnitt wurde seinerzeit eine Anlage mit 17 betreuten Seniorenwohnungen an der Schulgasse errichtet. Die Firma FWD Hausbau (Dossenheim), deren Entwurf als Sieger aus einem Architektenwettbewerb hervorging, plant nunmehr die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes in unmittelbarer Nähe auf dem Grundstück Nürtinger Straße 34. Architekt Georg Denninger stellte dem Gemeinderat das Baugesuch vor. Dieses beinhaltet die Errichtung von weiteren elf barrierefreien Wohnungen auf dem Eckgrundstück Nürtinger Straße / Albstraße in zentraler Lage. Der Weg für die Umsetzung des zweiten Bauabschnittes war freigeworden, nachdem die Gemeinde ein hierfür benötigtes Grundstück zwischenzeitlich erwerben konnte. Mit dem Bau des Projekts soll noch im Sommer 2012 begonnen werden. Bereits in seiner Sitzung am 06.02.2012 hatte der Gemeinderat seine Zustimmung zum städtebaulichen Entwurf gegeben und nunmehr auch das Bauvorhaben einstimmig abgesegnet. Begrüßt wurde die gelungene Anpassung an den ansteigenden Straßenverlauf, der die frühere städtebauliche Situation wieder aufnimmt. Bürgermeister Martin Fritz berichtete in diesem Zusammenhang über die laufenden Gespräche mit dem DRK und der Ambulanten Krankenpflege Großbettlingen / Raidwangen (AKP) zur Regelung einer Betreuungskonzeption analog der bestehenden Anlage
Schulgasse 1. Architekt Denninger sah für die Zwei- bzw. Drei-Zimmerwohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 52 und 82 qm gute Vermarktungschancen. Mit der Baufertigstellung könnte im Herbst 2013 gerechnet werden.
Ein weiterer städtebaulicher Entwurf wurde für die Neubebauung der freien Fläche des ehemaligen Kindergartengrundstückes Altdorfer Straße 12 vorgestellt. Hier billigte der Gemeinderat ebenfalls einen Vorentwurf des Bauträgers WohnbauKnecht (Metzingen), der die Errichtung von 10 barrierefreien Wohnungen mit Tiefgarage zum Inhalt hat. Von der Verwaltung wurde hierbei die Dimension des Baukörpers in Bezug zu den bestehenden Nachbargebäuden aufgezeigt. Mit seiner Zustimmung gab der Gemeinderat den Weg für die Vermarktung des Projektes frei. Darüber hinaus wurde die Zustimmung für vier weitere private Bauvorhaben erteilt.
Über zahlreiche weitere Themen informierte Bürgermeister Martin Fritz unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ das Gremium. So soll mit dem Energieversorgungsunternehmen EnBW eine intensivere Zusammenarbeit angestrebt werden. Themenschwerpunkte sind hierbei die Steigerung der Energieeffizienz im Bereich Heizung / Wärme der öffentlichen Einrichtungen, die Erarbeitung einer Konzeption für die Straßenbeleuchtung (Umstellung auf LED-Leuchtmittel) sowie die Fragen der Elektromobilität. Im Rahmen eines Tages der offenen Tür aus Anlass des 200-jährigen Bestehens des Rathauses werde am 08.07.2012 eine Elektrotankstelle an der Zehntscheuer offiziell eingeweiht. Darüber hinaus sei der Rückbau von drei alten Trafostationen ein Gesprächsthema, so der Bürgermeister. Weiter wurde über die aktuellen Übergangszahlen von der Grundschule Großbettlingen an die weiterführenden Schulen informiert. Von 36 Grundschülern würden 16 auf ein Gymnasium wechseln, weitere 16 Schüler an eine Realschule und 3 – 4 Schüler an die Werkrealschule.
Die Übergangszahlen im Landkreis Esslingen zeigten, dass bei den Haupt- und Werkrealschulen Rückgänge zu verzeichnen sind, während die Realschulen und Gymnasien mehr Zugänge bei den Schülerzahlen aufweisen. Diese Entwicklung bestätige im Nachhinein die Richtigkeit der Entscheidung, die Hauptschule zu schließen, so der Bürgermeister.
Mit der Schließung des Hallenbades aus finanziellen Gründen hatte der Gemeinderat im Herbst 2010 eine weitere einschneidende Entscheidung getroffen. Die notwendige Sanierung der technischen Anlagen mit einem Volumen von rund 1 Mio. Euro konnte die Gemeinde nicht schultern. Für das seit Januar 2011 stillgelegte Bad sind nunmehr Überlegungen anzustellen, wie mit dem Gebäude in Zukunft verfahren werden soll. Bürgermeister Martin Fritz berichtete dem Gemeinderat über ein anstehendes Gespräch mit den örtlichen Vereinen über die Möglichkeiten einer Folgenutzung. Neben sportlichen Aktivitäten sei auch die Nutzung für musiktreibende Vereine (musikalische Früherziehung, Proberäume, Konzertsaal) ein Thema. Der Musikverein Großbettlingen habe hierfür bereits Vorschläge unterbreitet.
Einstimmig beschloss der Gemeinderat zum Schluss der öffentlichen Sitzung den Austritt aus dem Verkehrsverein Teck-Neuffen, weil ein konkreter Nutzen für die Gemeinde nicht erkennbar sei. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Mitgliedschaft zu kündigen. Der denkbare Beitritt zum Schwäbischen Streuobstparadies, der den Gemeinden vom Landkreis nahe gelegt werde, soll in einer der nächsten Sitzungen beraten werden.

